„Was soll das denn für eine Aufgabe sein?“, fragt eine Schülerin völlig entsetzt, als sie – mit einer Möhre zwischen den Zähnen – Zungenbrecher vorlesen soll. Zwei Stunden später steht sie, eine Karteikarte in der Hand, vor ihren Mitschülerinnen und Mitschülern, blickt ins Publikum und hält absolut souverän frei sprechend eine kurze Rede zur Frage „Sollte Social Media für Jungendliche unter 16 Jahren verboten werden?“

Welche Geschichte steckt hinter diesem überzeugenden Auftritt?

Am Freitag, den 27.02.26, trafen sich die Schülerinnen und Schüler des E+-Kurses Deutsch (Jahrgang 9) in den Räumlichkeiten der Angelaschule, um unter der Leitung von Deutschlehrerin Silvana Blaschke (Angelaschule/TMS) und Christian Koltermann (Fachbereich Politik, Angelaschule), unterstützt von Praktikantin Frieda Wenk (Universität Osnabrück) ein umfassendes Rhetoriktraining zu absolvieren.

Angefangen mit einem spontanen ersten Redeauftritt, der für eine große Zahl der  Neuntklässlerinnen und Neuntklässler noch mit viel Aufregung verbunden war, wurden im Anschluss viele Aspekte thematisiert und durch zahlreiche praktische Beispiele geübt, die wichtig sind, um überzeugend vor anderen sprechen zu können. Dabei spielten die deutliche Aussprache und die Wirkung der  Körpersprache und des Blickkontaktes eine ebenso wichtige Rolle, wie der Umgang mit Lampenfieber und die Wahl der richtigen Kleidung für Präsentations- und Prüfungssituationen. Die Übungen fanden  zum Teil mit dem gesamten Kurs, teilweise aber auch in Kleingruppen statt, um für alle Teilnehmenden eine entspannte, sichere Atmosphäre zu bieten, die für alle einen sehr schnellen Lernerfolg ermöglichte und nicht zuletzt für sehr viel Spaß sorgte.

Alle thematischen Einheiten waren inhaltlich verbunden mit Szenen des Filmes „The King’s Speech“, der vom stotternden Prinzen Albert erzählt, der mit Hilfe seines unkonventionellen Sprachtrainers Logue lernt, seine lähmende Redeangst zu überwinden, souverän als König Georg VI. vor sein Volk zu treten und mit seinen Ansprachen seinem Volk Mut und Stabilität zu vermitteln. Verstärkt wurde die Botschaft des filmischen Rahmens durch Erläuterungen von Herrn Koltermann, der die Metapher des Bergsteigens auf das Halten einer Präsentation bzw. Rede übertrug:  Positive Erfahrungen der eigenen Wirksamkeit aus anderen Lebensbereichen auf schulische Situationen zu übertragen, große Herausforderungen in realistische Teilziele zu gliedern, sorgfältig zu trainieren und Entwicklungen Zeit zu geben, führen dazu, Lernerfolge zu erreichen.

Insgesamt eine gelungene Veranstaltung mit hochkonzentrierten, motivierten Schülerinnen und Schülern, die sich einig waren, dass hier ein wichtiges Thema angesprochen wurde – sowohl für sich persönlich als auch für die berufliche Zukunft.