Bereits zum vierten Mal beteiligt sich die Thomas-Morus-Schule am Anne-Frank-Tag. Anlass ist Anne Franks Geburtstag am 12. Juni. Bekannt wurde Anne Frank durch ihr Tagebuch, das sie während des Zweiten Weltkriegs führte. Darin schildert sie eindrucksvoll ihren Alltag im Versteck im Hinterhaus, wo sie in Unfreiheit leben musste. Immer wieder beschreibt sie ihre Sehnsucht nach einem Leben in Freiheit.
„Radfahren, tanzen, pfeifen, in die Welt schauen, mich jung fühlen, wissen, dass ich frei bin – danach sehne ich mich.“ (Anne, 24. Dezember 1943)
Freiheit ist auch das zentrale Thema des diesjährigen Anne-Frank-Tages. Wie in den vergangenen Jahren verfolgten wir die offizielle Auftaktveranstaltung online. Diese fand diesmal an der Anne-Frank-Grundschule in Berlin statt. Dort interviewten Schülerinnen und Schüler unter anderem die Zeitzeugin Rozette Kats zu der Frage: „Was bedeutet Freiheit für dich?“ Die Niederländerin überlebte den Holocaust nur knapp. Sie berichtete von der Verfolgung in den nationalsozialistischen Niederlanden, ihrem Aufwachsen in einer Pflegefamilie und dem langen Schweigen über ihre wahre Identität.
Mit derselben Leitfrage setzten sich auch die Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs der TMS auseinander. Mithilfe der vom Anne Frank Zentrum Berlin bereitgestellten Materialien – darunter eine analoge und digitale Plakatausstellung, die Anne-Frank-Zeitung, Postkarten sowie vielfältige Aufgabenformate – konnten sie in Annes Lebenswelt eintauchen und sich die historischen Hintergründe erarbeiten.
Der Perspektivwechsel, das „Gehen in Annes Schuhen“, stärkte ihr Verständnis dafür, wie wichtig Zivilcourage und das Eintreten für demokratische Werte sind. Nur auf dieser Grundlage lässt sich unsere Freiheit heute bewahren. Dazu gehört auch die Erinnerung an Anne Frank und den Holocaust sowie die Auseinandersetzung mit Antisemitismus – damals wie heute. Aktuelle Entwicklungen, wie zunehmender Populismus und Kriege, machen deutlich, wie wichtig es ist, wachsam zu sein.
Sigrid Mäscher
