MINT-Austausch in Europa: Die TMS beim Science on Stage Festival in Litauen

Vom 28. bis 31. Mai fand im litauischen Klaipėda das Europäische Science on Stage Festival 2026 statt. Unsere Kolleg*innen Marco Düvelmeyer und Sheryl Heidemann durften dort als Teil der 21-köpfigen deutschen Delegation unseren Wahlpflichtkurs Industrie 4.0 vorstellen. Die Anreise war bereits das erste kleine Abenteuer: Wir haben den Bulli bepackt, das Material verstaut und sind über Kiel mit der Fähre über die Ostsee direkt nach Klaipėda gereist. Vor Ort kamen rund 600 Lehrkräfte aus 34 Ländern zusammen, um sich über aktuelle und praxistaugliche Ideen für den MINT-Unterricht auszutauschen.

Selbstorganisiertes und Projektbasiertes Lernen im WPK Industrie 4.0

An unserem Stand haben wir gezeigt, wie wir an der Thomas-Morus-Schule im Wahlpflichtkurs Industrie 4.0 in den Jahrgängen 9 und 10 arbeiten. Der Kurs ist komplett projektbasiert und selbstorganisiert aufgebaut. Die Schülerinnen und Schüler nutzen YouTube-Tutorials, um sich selbstständig in das CAD-Design am PC und den anschließenden 3D-Druck einzuarbeiten. Am Ende des Prozesses bauen und programmieren sie eigenständig ihren eigenen kleinen Roboter.


Das Ziel ist es, Berührungsängste abzubauen und den Jugendlichen ganz praktisch zu zeigen, wie vielseitig moderne Technik ist. Bei den europäischen Kolleginnen und Kollegen kam besonders gut an, dass dieses Konzept modular aufgebaut ist und sich ohne tiefes Experten-Vorwissen auf andere Schulen übertragen lässt. Dank KI funktionieren die Videos sogar mit englischer Audiospur.

Drohnen statt Roboter - Ein Blick über die eigene Komfortzone hinaus

Der Austausch auf einem internationalen Festival bringt immer spannende neue Perspektiven mit sich. Durch die geografische Nähe zu Russland ist die aktuelle Sicherheitslage in Litauen im Alltag wesentlich präsenter als bei uns. Das spiegelt sich dort auch im Unterricht wider: Um Jugendliche für Technik zu begeistern, setzen die dortigen Schulen statt auf Roboter mittlerweile stärker auf den Bau und die Programmierung von Drohnen. Zu sehen, wie unterschiedlich die Schwerpunkte je nach Lebenswelt gesetzt werden, um die Kinder für Technik zu motivieren, war ein unerwarteter Kontrast.

Unterstrichen wurde die Bedeutung der Veranstaltung auch durch prominenten Besuch. Neben dem litauischen Präsidenten Gitanas Nausėda und der Bildungsministerin Raminta Popovienė hielt auch Andreas Schleicher, der Koordinator der internationalen PISA-Studien, eine Ansprache vor Ort. Im Fokus stand dabei immer die Frage, wie wir Jugendliche bestmöglich auf die digitale Zukunft vorbereiten können.

Ausklang auf der Kurischen Nehrung

Nach vier intensiven Messetagen am Stand nutzten wir den letzten Tag vor der Rückreise für etwas Freizeit. Mit dem Bulli ging es auf die Kurische Nehrung, um die beeindruckenden Dünenlandschaften, aber auch die russische Grenze nach Kaliningrad zu erkunden und die vielen Eindrücke in Ruhe sacken zu lassen. Ein Besuch in Thomas Manns ehemaligen Ferienhaus war dabei obligatorisch.

Wir nehmen jede Menge neue Impulse und Kontakte mit zurück nach Osnabrück. Ein großes Dankeschön gilt Science on Stage Deutschland für die Organisation sowie allen Partnern und Sponsoren, die diese Teilnahme ermöglicht haben. Danke!