Was haben Jesus und der Sänger Falco gemeinsam? Beide waren Thema an der vierten Station unseres diesjährigen Kreuzwegs. Bei Ersterem ist das wenig verwunderlich. Letzterer war durch sein Lied „Out of the dark“ vertreten. Wenn Falco singt, scheint dies auch zum Gekreuzigten zu passen:
„… Warum ausgerechnet ich?
Zähl‘ die Stunden, die Sekunden
Doch die Zeit scheint still zu steh′n …
Du bist mein Überlebenselixier
Ich bin zerrissen
Wann kommst Du meine Wunden küssen? …
Das weiße Licht kommt näher, Stück für Stück
Will mich ergeben
Muss ich denn sterben, um zu leben? …“
Am 2. April starteten wir bei strahlendem Sonnenschein am Beginn des Kreuzwegs in Haste, um gemeinsam zur Ruller Kirche zu gehen. An vier Stationen hielten wir an, bevor der Abschluss am Außenaltar der Kirche stattfand.
Auch die ersten drei Stationen wurden jeweils von Pop-Songs eingeleitet und dann standen einzelne Menschen und ihre Gefühle im Mittelpunkt – der verunsicherte Pilatus, der letztendlich Jesus doch verurteilt, der ärgerliche Simon von Zyrene, der Jesus helfen muss, sein Kreuz zu tragen und die verzweifelten, weinenden Frauen am Wegesrand.
Darüber hinaus fragten wir uns an jeder Station, was diese 2000 Jahre alte Geschichte mit uns heute zu tun haben kann. Schon bevor es losging, waren alle eingeladen, Gedanken oder Gefühle aufzuschreiben, die sie gerade beschäftigen. Die kleinen Zettel wurden zusammengefaltet in einem Stoffbeutel an das Kreuz gehängt, das uns auf unserem Weg begleitete.
In Rulle angekommen, erwartete uns schon Pfarrer Horstmann, um den Abschluss gemeinsam mit uns zu gestalten. Die letzten Zeilen des Liedes „Wunder“ von Nena verklangen:
„ … Wunder geschehn ich hab’s gesehn
Es gibt so vieles was wir nicht verstehn
Wunder geschehn ich war dabei
Wir dürfen nicht nur an das glauben was wir sehen …“
Wir wurden aufgefordert, das Kreuz nicht als Endpunkt zu sehen, sondern die Auferstehung schon mitzudenken. Würde es sonst einen Sinn ergeben, dass Christ:innen auf der ganzen Welt eine Kette mit einem Kreuz um den Hals tragen?!
Der Stoffbeutel, der vom Kreuz genommen wurde, enthielt nun auf „wundersame Weise“ kleine, farbige Schmucksteine. Jede:r bekam einen zur Erinnerung an diesen Kreuzweg.
Zum Schluss gab es noch Getränke, sodass wir dieses schöne Erlebnis miteinander plaudernd ausklingen lassen konnten.
Danke an alle, die an der Gestaltung beteiligt waren, besonders an die vorlesenden Schüler:innen: Charline (10e), Ole (10d), Max (7d), Yannick (7d) und Theo (6c).
Text: Martina Kruse
Fotos: Getrud Kassing